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Deutsche Meisterschaft Feld/Wald in Cottbus – Erlebnisbericht

Da habe ich mich dieses Jahr also voll ins Abenteuer gestürzt und bei der Landesmeisterschaft Feld/Wald im Frühjahr in Rohr mit Minimalpunktzahl für die DM am 22./23.09. qualifiziert. Als frischgebackener Sterneverwalter des DBSV muss ich natürlich auch mal vor Ort gewesen sein, um mir echtes  Fachwissen bezüglich der Sterneberechnung anzueignen.

Nun also ab in den Spreewald, eine Landschaft, die ich zum ersten Mal besucht habe. Ein Traum für Urlauber, am besten mit dem Rad oder Paddelboot. Die ansässige Urbevölkerung hat auch hier wieder ihren ganz eigenen Charme. Der gastgebende Biobauer Muschka, eine echte Spreewälder Gurke, erklärte voller Stolz, zur verschärften Version der Sorben zu gehören, den sogenannten „Wenden“. Überhaupt, Bauer Muschka hatte alles im Griff. Wenn das nächste Gehöft zwei Kilometer entfernt ist, von Supermarkt und Tanke ganz zu schweigen, da klingelt man halt am einzigen festen Haus, wenn im Dixiklo das Papier alle ist. Die gesamte Bevölkerung stand komplett positiv hinter der Veranstaltung, viele Zuschauer kamen immer wieder vorbeigeradelt und schauten zu. Der befreundete  Jäger spendierte am ersten Abend das Festessen, gebackenes Spanferkel vom Wildschein für alle.

Die sportlichen Ergebnisse waren für mich dieses Mal nebensächlich. Aber einen spektakulären Auftritt auf dem Siegerpodest hatte ich dennoch. Weil ich dem Pressesprecher und Öffentlichkeitsarbeiter Heinz-Uwe Örtel-Wallura beiläufig erzählt hatte, dass ich direkt vom Konzert angereist bin, hat er mich postwendend zum Spielen der Nationalhymne verdonnert. Und aus akustischen Gründen steigt man dazu halt aufs Solistenpodest.

Der Parcours war in erster Linie lang, unendlich scheinende acht Kilometer. Dafür ohne jegliche Steigungen. Für die obligatorischen Bergauf- und Bergabschüsse ließ man sich dennoch sehr schöne Ziele einfallen, Strohberge mitten auf dem Feld, von der Brücke oder dem Traktorenanhänger über den Kanal, oder auf eine Stramitscheibe, die fünf Meter oben im Baum befestigt war.

Um solch einen Wettkampf zu beginnen, müssen alle Schützengruppen zur gleichen Zeit an den verschiedenen Startpflöcken sein, im schlechtesten Fall vier Kilometer vom Ausgangspunkt entfernt.  Das hat mich an beiden Tagen voll erwischt…aber zum Glück wurden die entsprechenden Schützen im Erntehelfer-Anhänger vom Traktor über gefühlte 10000 Betonschwellen zum Startpflock gebracht. Einige Gesichter hatten sich zum Ende der Fahrt schon leicht ins Grünliche verfärbt. Ein echtes Abenteuer.

Was gibt es sonst noch zu berichten? Ich hatte supernette, stressfreie und trotzdem treffsichere Mitschützen auf der Scheibe, da waren die 8 km Parcours gar nicht mehr so anstrengend. Den krabbelbunten Leguan hab ich leider völlig versemmelt, beim Federvieh hab ich immer die meisten Pfeile benötigt, aber dafür keine Pfeilverluste gehabt. Und im Laufe des Wettkampfs bin ich auch etwas sicherer geworden beim Schätzen der Entfernungen. Training de luxe. „Glücklicher Letzter“ trifft es dieses Mal für mich wohl am besten. Nun bin ich halt auch noch mit dem Feld-Wald -3 D-Virus infiziert, da geht’s doch gleich nahtlos weiter beim Rasselbockturnier am Sonntag im Könitzer Wäldchen.

Alle Ergebnisse findet ihr hier.

Und weil so ein Bericht ohne Bilder nur die Hälfte wert ist, gibt’s hier noch die offizielle DBSV-Bildergalerie von der DM Feld/Wald 2018 in Schmogrow.

Weitere Bilder gibt es zusammengefasst in einem Video auch hier.

/sn

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